Schleswig-Holstein

Aktuelles...

Ackerwildkraut-Wettbewerb geht in die nächste Phase

01.06.2026 Erstellt von Jessica Richter, Matthias Böldt

Auswahl der Teilnahmeflächen abgeschlossen, Pflanzenerfassungen begonnen

Im Modellprojekt „Gemeinschaftlicher Ackerwildkrautschutz“ führt der DVL zusammen mit den Lokalen Aktionen in diesem Jahr erstmals einen landesweiten Ackerwildkraut-Wettbewerb durch. Die Auswertung der ersten Anmeldephase hat insgesamt 25 Teilnahmeflächen ergeben, auf denen nun bis Anfang Juli durch beauftragte Experten systematisch die Ackerwildpflanzen erfasst werden. Vor dem eigentlichen Beginn der Kartierungen haben wir einige Äcker im Kreis Herzogtum Lauenburg selbst besichtigt, um erste Eindrücke von den unterschiedlichen Standortbedingungen, Bewirtschaftungsweisen und Vorkommen von Ackerwildpflanzen zu gewinnen. Bereits die kurzen Begehungen zeigen, wie wertvoll bunte Äcker für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft sind.

Zusammen mit unserem DVL-Regionalbüro konnten wir auf den Wettbewerbsäckern zahlreiche typische, heute jedoch oft selten gewordene Ackerwildkräuter finden, darunter Ackerfrauenmantel, Acker-Krummhals, Feld-Stiefmütterchen oder Wildes Stiefmütterchen. Besonders erfreulich waren auch Vorkommen seltener und gefährdeter Arten, wie Acker-Schöterich, Buntes Vergissmeinnicht oder Acker-Hundskamille. Oft zeigte sich erst bei genauerem Hinsehen, welche Vielfalt sich bereits jetzt im Mai zwischen den Kulturpflanzen entwickelt hat.

Auch aus faunistischer Sicht gab es viele positive Eindrücke: An mehreren Wettbewerbsflächen konnten wir Feldlerchen und Grauammern beobachten, in einem Acker flog sogar ein Rebhuhn auf. Neben gefährdeten Feldvögeln profitieren auch zahlreiche Insektenarten von den Extensiv-Äckern mit ihren lichten und strukturreichen Pflanzenbeständen. Eine Beispielart hierfür, die wir auch bei unseren Begehungen sichten konnten, ist der Kleine Perlmuttfalter, dessen Raupen auf Veilchenarten wie das Feld-Stiefmütterchen als Nahrungspflanze angewiesen sind. Solche Funde zeigen, wie eng die Pflanzen- und Tierwelt in artenreichen Ackerlebensräumen miteinander verbunden sind.

Bei dem Ackerwildkraut-Wettbewerb handelt es sich um eine erfolgsorientierte Maßnahme. Für den Erhalt der Förderung müssen die teilnehmenden Betriebe keine Auflagen einhalten, maßgeblich ist allein der Nachweis wertgebender Ackerwildpflanzenarten. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Kartierungen und freuen uns auf viele weitere interessante Entdeckungen im Verlauf des Wettbewerbs.


Zurück zur Übersicht
zurück nach oben

Copyright 2026, Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.