Schritt für Schritt auf dem Weg zur Modellgemeinde für Artenvielfalt
02.03.2026 Erstellt von Joanna Hülsenitz
Ende Februar trafen sich in der Gemeinde Rellingen Mitarbeitende des örtlichen Bauhofs mit Kolleg*innen des Planungsbüros ALSE und des DVL. Ziel des Treffens war es, über erste Maßnahmenvorschläge für ein neues „Umsetzungshandbuch Biodiversität“ zu diskutieren, das aktuell durch das Büro für die Kommune erstellt wird. Das Interesse an dem Treffen war sehr groß. Rund 15 Bauhofmitarbeitende nahmen trotz des zeitgleichen Winterdienstes an dem Treffen teil und beteiligten sich lebhaft an dem Austausch.
Schnell wurde deutlich, dass die Mitarbeiter des Bauhofs viele eigene Erfahrungen und Beobachtungen einbringen können. Die vom Planungsbüro vorgeschlagenen Maßnahmen und Pflegeempfehlungen fanden breite Unterstützung, doch es wurden auch Wünsche geäußert. So sollte z.B. die Umstellung auf eine insektenfreundliche Flächenpflege schrittweise erfolgen und hierfür ein Mahd-Plan erstellt werden. Auch ein Ladewagen zur Aufnahme des Mahdguts und ein Bagger für die Umsetzung biotopgestaltender Maßnahmen wären willkommen. Gewünscht wurde zudem, den gemeinsamen fachlichen Austausch weiter fortzusetzen.
Rellingen hatte sich 2025 als erste Kommune in Schleswig-Holstein darum beworben, im Rahmen der Biodiversitätsstrategie „Kurs Natur 2030“ des Landes als „Modellgemeinde für Artenvielfalt“ gefördert zu werden. In einem ersten Schritt wird hierfür seit dem letzten Jahr mit Finanzierung des MEKUN durch das Planungsbüro ALSE das „Umsetzungshandbuch Biodiversität“ erarbeitet. Nachdem das Büro für die gemeindeeigenen Flächen zunächst Daten zur Flora und faunistische Zufallsfunde zusammengetragen und erfasst hatte, werden nun darauf aufbauend flächenspezifische Entwicklungsziele, notwendige Maßnahmen und Pflegehinweise festgelegt. Damit die Vorschläge erfolgreich umgesetzt werden können und langfristig Bestand haben, werden die Gemeinde und der Bauhof bereits in die Maßnahmenentwicklung einbezogen.
Über die Biodiversitätsstrategie „Kurs Natur 2030“ können bis zu drei Gemeinden als Modellgemeinde für Artenvielfalt gefördert werden. Der DVL unterstützt die Gemeinden bei der Antragstellung und Projektabwicklung. Die örtlichen Lokalen Aktionen sind ebenfalls einbezogen und unterstützen bei Bedarf auch die Phase der Maßnahmenumsetzungen. In Rellingen ist die Lokale Aktion “Landschaftspflegeverein Kreis Pinneberg” beteiligt. Ziel des Gesamtvorhabens ist es, am Beispiel von unterschiedlich strukturierten Gemeinden modellhaft aufzuzeigen, mit welchen Maßnahmen und Strategien die Biodiversität im Siedlungsraum effektiv gefördert werden kann. Aktuell wird in einer zweiten Gemeinde die Erstellung eines „Umsetzungshandbuchs Biodiversität“ vorbereitet, in einer dritten Gemeinde wird darüber noch beraten. Das Handbuch für die Gemeinde Rellingen soll Ende Mai fertiggestellt sein.
Zurück zur Übersicht




