Schleswig-Holstein

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Baggerarbeiten für die Grüne Mosaikjungfer

04.11.2020 Erstellt von Helge Neumann

Wiederherstellung von Libellengewässern in der Pohnsdorfer Stauung

Auf den Flächen der Kurt und Erika Schrobach-Stiftung in der Pohnsdorfer Stauung bei Preetz werden seit gestern zwei Kleingewässer im so genannten Westpolder durch Baggerarbeiten vertieft und von Ufergehölzen freigestellt. Die Maßnahmen haben zum Ziel, an den Gewässern geeignete Bedingungen für die stark gefährdete Libellenart Grüne Mosaikjungfer herzustellen. Die Gefährdung der Libellenart ist eng an den Rückgang der Bestände der Krebsschere gebunden, da die Libellenweibchen ihre Eier beinahe ausschließlich in diese Pflanzenart einstechen. Die Pohnsdorfer Stauung beherbergt eines der wenigen verbliebenen Vorkommen der Grünen Mosaikjungfer in Schleswig-Holstein. Die noch vorhandenen Bestände der Krebsschere sind allerdings in den letzten Jahren aufgrund der Gewässerverlandung stark zurückgegangen und akut vom Auslöschen bedroht. Die Baggerarbeiten, die nun zur Freistellung und Vertiefung der Gewässer durchgeführt werden, sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abgestimmt und werden durch Libellenexperten angeleitet. Die Arbeiten werden in dieser Woche abgeschlossen werden. Die noch vorhandenen Krebsscheren wurden vor Beginn der Baggerarbeiten vorsichtig entfernt und werden über Winter zwischengehältert werden, um sie dann im Frühjahr wieder in den Gewässern auszubringen.

„In der Pohnsdorfer Stauung ist es eigentlich unser Ziel, in den Weide-, Moor- und Waldbereichen eine Flächenentwicklung ohne weitere Eingriffe des Menschen zuzulassen. Da die beiden Kleingewässer jedoch auf den Wunsch unserer Stifter zu Beginn der Flächeneinrichtungen gezielt angelegt wurden, möchten wir sie gerne in ihrer ursprünglich beabsichtigten Funktion erhalten. Durch die Baggermaßnahmen bekommen die Gewässer wieder ihren offenen Charakter, von dem auch Amphibien profitieren. Außerdem möchten wir gerne einen Beitrag zum Erhalt der Grünen Mosaikjungfer leisten“, so Cordelia Wiebe, Geschäftsführerin der Schrobach-Stiftung.

Die Gewässersanierungen in der Pohnsdorfer Stauung werden durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) finanziert. Die Maßnahmen sind Teil eines landesweiten Artenhilfsprojektes für die Grüne Mosaikjungfer, das durch die Artenagentur des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) in Kooperation mit ausgewählten Landschaftspflegeverbänden (Lokale Aktionen), Integrierten Stationen des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) sowie den jeweiligen Flächeneigentümern durchgeführt wird. Ziel des Projektes ist es, vorhandene Restpopulationen der Grünen Mosaikjung-fer zu erhalten und zu fördern. In diesem Herbst wurden im Rahmen des Artenhilfsprojektes bereits an weiteren Libellengewässern in Dithmarschen sowie in den Fröruper Bergen ähnliche Maßnahmen zur Bestandssicherung durchgeführt.


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